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 Balthasar und Alaba

Na bitte: Alle Jahre wieder kommen – nach der Aktion „Licht ins Dunkel“ und dem „Christuskind“ – am Anfang des neuen Jahres traditionell wieder die „Sternsinger“ in alle Häuser und Wohnungen in Österreich.
Dieser schöne und so „menschliche“ Brauch ist ja bei uns – wie so vieles – nicht wegzudenken und zeugt einmal mehr von der großen Warmherzigkeit und Spendenfreudigkeit der (meisten) Bürger in unserem Land.

Bild: Generiert durch Firefly

Was mir bei dieser Aktion aber jetzt schon längere Zeit „sauer“ aufstößt, ist die Tatsache, dass der 3. König – Balthasar –, er repräsentiert ja seit jeher, also seit „Christi Geburt“, Afrika und Asien – nun mit einem Mal nicht mehr „schwarz“ sein darf!

Bisher hat mir nämlich noch kein einziger „normaler“ Mensch den Grund dafür erklären können.

Wie sehr haben wir uns doch damals als Volksschul-Buben und Ministranten förmlich „drum gerissen“, bei unseren tagelangen gesanglichen Bittgängen in meist eisiger Kälte endlich auch einmal der „Mohr“ (damals hieß es tatsächlich noch so) sein zu dürfen, obwohl die „Schminke“ in dieser Zeit lediglich aus Ruß und Asche bestanden hat.

Das Wort „Diskriminierung“, das dabei ständig „im Raum steht“, kann ich nämlich dafür unter keinen Umständen als Grund gelten lassen! Im Gegenteil: Da wird doch mit dieser Aktion fast ausschließlich für „schwarze“ Kinder in Afrika gesammelt, es geht sogar mancherorts ein „schwarzer Priester“ als Begleiter der engagierten Kinder mit, und landauf landab (ja weltweit) wird gegen die Ausgrenzung von Schwarzen gepredigt und gekämpft – und dann darf plötzlich ein Schwarzer kein König mehr sein? Ganz so, als hätte es das Königreich Nubien damals nicht gegeben …

Das ist für mich erst recht die echte Diskriminierung, indiziert es doch die fatale rassistische Überzeugung aus einer dunklen Zeit der amerikanischen Geschichte, dass alle Schwarzen eigentlich nur Sklaven seien!

Welche staatliche Institution – oder wer auch immer – nimmt sich eigentlich das Recht für eine solche Anweisung (oder Empfehlung) heraus?
Und wo „zum Teufel“ (oder darf man den auch nicht mehr beim Namen nennen? – dann eben … wo „um Gottes Willen“) bleibt die Meinung und der Einspruch (!) der Katholischen Kirche zu diesem Thema?
Hat denn die Bibel mit ihren überlieferten Inhalten ihre Gültigkeit völlig verloren?

Ein Vergleich – oder eine Horror-Vision: Werden wir es vielleicht noch erleben (müssen), dass in Zukunft unser David Alaba – bevor er mit der Fußball-Nationalmannschaft aufs Feld läuft – in einem eigenen Schminke-Studio weiß angemalt werden muss?

Roland Gatterwe

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5 Antworten

  1. Diese Sichtweise deckt sich voll mit meiner Meinung!!!!! Schön langsam muss man in unserer Welt etwas suchen, was wir in unserem Leben immer als „normal“ bezeichnet haben! Aber vielleicht gibt es den Begriff „normal“ auch nicht mehr????!!!!

  2. Ich folge voll und ganz der Argumentative von Hr. Gatterwe und kann nur unterstützend anmerken, daß weder „Mohr“ noch „Schwarzer“ per se etwas abschätziges oder anrüchiges bezeichnet und in meiner Wahrnehmung (und ich habe und hatte relativ viel mit „andersfarbigen“ Menschen zu tun) haben die so bezeichneten in der Regel auch kein Problem, ebenso wie wir in Asien oder Afrika als „Weiße“ oder „Langnasen“ als betiteln lassen!

  3. Es geht nicht um die Absicht, sondern um die Wirkung solcher Darstellungen. Weiße Menschen schwarz zu malen, ist eine rassistische und belastete Tradition. Es sind vielmehr die Kinder, die so etwas nicht mehr tun wollen. Die haben anscheinend mehr Gespür für sowas als die ältere Generation.

  4. Zum Horner: Woher willst du denn das wissen? ich war liebend gerne der Mohr und wir stritten uns um diesen „König“. Du möchtest wohl gerne deine eigene (Erwachsenen-)Meinung den Kindern aufoktruieren. Sie tacuisse …

  5. Herr Horner oder Frau Horner oder wie auch immer: Wenn ich eine Meinung habe, dann stehe ich auch dazu!! Anscheinend ist das heute in gewissen Kreisen nicht mehr so wichtig! Also ich würde bitten den vollen Namen zu nennen, wenn man seine Meinung in der Öffentlichkeit „anbringen“ will!

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