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Eislaufen verboten – und keiner pfeift sich drum …

Viele solcher Verbotsschilder stehen rund um den Stadtsee und sind nicht zu übersehen. (Bilder: Josef Pfleger (3))

Drastisch formuliert wurde das Betretungsverbot der beiden Horner Teiche (Stadtsee) am 8. Jänner 2026 auf der Homepage der Stadtgemeinde. Dort heißt es: „Die eisigen Temperaturen laden zu wintersportlichen Aktivitäten ein. Dennoch muss die Stadtgemeinde Horn darauf hinweisen, dass das Betreten der Eisfläche und somit das Eislaufen auf dem Nordteich UND dem Südteich aus haftungsrechtlichen Gründen verboten ist.
Gerade auf Kinder haben zugefrorene Teiche und Seen eine große Anziehungskraft. Hier sind die Erwachsenen besonders gefordert, Kindern die Gefahren beim Betreten von Eisflächen immer wieder zu vermitteln und durch eigenes, richtiges Verhalten Vorbild zu sein!
Bitte beachten Sie das Verbot zu Ihrer eigenen Sicherheit. Wer auf das Eis möchte, kann die offiziellen Eislaufplätze in Gars/Kamp oder Eggenburg nutzen.
Wir wünschen ein schönes, frostiges Wochenende!“

Kritisieren Eislaufverbot heftig: Martin Pichlmayer, Johanna Leithner und SPÖ-Chef Marco Stepan (Bild: SPÖ Horn)

Scharfe Kritik von der SPÖ

Das passt der SPÖ so überhaupt nicht: Stadtrat Marco Stepan und Gemeinderat Martin Pichlmayer (beide SPÖ) kritisieren Bürgermeister Gerhard Lentschig (ÖVP) für diese Entscheidung und fordern Lösungen statt der Verbote beim Eislaufen auf den beiden Teichen:
„Diese Argumentation ist für uns nicht schlüssig“, stellt die SPÖ Horn klar. „Der Stadtsee ist ein rund 5 Millionen Euro teures Projekt, das von Beginn an für eine ganzjährige Nutzung konzipiert worden ist. Gerade als Bezirkshauptstadt muss Horn in der Lage sein, auch im Winter attraktive Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Familien vor Ort anzubieten.“
SPÖ-Stadtrat Marco Stepan verweist dabei auf eine klare Unstimmigkeit: „Im Sommer ist das Schwimmen im Stadtsee erlaubt, im Winter sogar das Eisbaden möglich – beim Eislaufen hingegen werden plötzlich unüberwindbare Haftungsprobleme ins Treffen geführt“, kritisiert Stepan.
Dass es auch anders geht, zeigen andere Gemeinden. So wird etwa der Stadtsee Allentsteig bei geeigneten Witterungsbedingungen als Eislauffläche freigegeben – mit klaren Regeln und dem Hinweis, dass das Betreten der Eisfläche auf eigene Gefahr erfolgt.
Für die SPÖ Horn steht außer Frage, dass Sicherheit oberste Priorität hat. Diese dürfe jedoch nicht als Argument für Stillstand dienen. „Sicherheit bedeutet nicht, pauschal zu verbieten, sondern Verantwortung zu übernehmen, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und praktikable Lösungen zu ermöglichen“, betont die Fraktion.
SPÖ-Gemeinderat Martin Pichlmayer unterstreicht abschließend den familienpolitischen Anspruch:
„Familienfreundliche Politik bedeutet, Verantwortung vor Ort zu übernehmen und Angebote für Familien nicht auf andere Gemeinden abzuwälzen.“
Die SPÖ Horn fordert daher, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, damit der Stadtsee – bei entsprechenden Bedingungen – auch im Winter verantwortungsvoll genutzt werden kann. „Horn hat großes Potenzial. Jetzt braucht es den politischen Willen, dieses Potenzial auch im Sinne der Familien zu nutzen“, so die SPÖ Horn abschließend.

Wir haben Bgm. Lentschig vorgeschlagen, dazu Stellung zu nehmen, was bisher nicht geschehen ist. Sollte eine solche Stellungnahme noch bei uns eingehen, werden wir sie in einem eigenen Artikel veröffentlichen.

Und was meinen die Horner dazu? Sie pfeifen sich nichts und bringen sogar die Schneeschaufel mit, um für die Sprösslinge ideale Eislaufbedingungen zu schaffen.
Auch die SPÖ Horn hält offenbar nicht viel von dem Betretungsverbot der Eisfläche … (Bild: SPÖ Horn)

Und: Manchmal passt der Zeitpunkt genau. Als wir die Bilder von den Kindern und Erwachsenen auf dem Eis schossen, genossen diese drei Damen – Manuela, Natascha und Sabine – ihr Bad im eiskalten „Nordteich“, nachdem sie sich in der eigens für die Freundinnen und Freunde des kalten Wassers aufgestellten Kabine umgezogen hatten …

JKP

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