Als der Autor dieser Zeilen im September 1971 in das Horner Konvikt in der Hamerling-Straße einzog, erwartete er sich einen Winter wie in der Steiermark: Viel Schnee, das Knirschen des Harsches unter den Füßen auf dem Weg zur Roratemesse, viel Sonne, und natürlich auch wolkenverhangene Tage, an denen es schneit. Dem war nicht so. Sein Statement gegenüber seiner Mutter zu Ostern 1972: „Ich schwör dir, wenn ich die Matura habe, bin ich sofort wieder zu Hause. Ich habe in Horn zwischen Allerheiligen und Maria Lichtmess kein einziges Mal die Sonne gesehen!“

Genauso fühlte es sich heuer an: Dieser Winter zeigte sich bisher meistens grau in grau, Sonnenstunden waren echt rar. Laut ORF ist es der trübste seit 30 Jahren.
Wir wollten nun von einer „wettererfahren“ Horner Sonntags-Frühschoppen-Runde wissen, wie sie diesen Winter empfindet. Erstaunlich: Auch Positives war mit dabei!

Wir Jäger haben wieder einmal einen Winter, wo wir auch das Wild versorgen müssen. Für meinen Hund ist das Wetter ein Problem, weil ich ihn nach jedem Spaziergang von Salz und Schmutz befreien muss. Gut, dass ich so viel Sonne im Herzen habe, sonst würde ich verzweifeln.
Bgm. a. D. Alexander Klik, Rauchfangkehrermeister i. R.

Als ehemaliger Finanzstadtrat sehe ich die steigenden Kosten beim Winterdienst der Gemeinde.
Die Salz- und die Sandstreuungskosten sind heuer sicher wesentlich höher als in den letzten Jahren.
Auch die vermehrten Rohrbrüche könnten vom Wetter verursacht sein.
Vbgm. a. D. Karl Amon,
Pensionist

Für den Wald sehe ich das kalte Wetter eher positiv, weil jede Menge Schädlinge erfrieren. Auch der Schnee war für die Winterfeuchte im Wald gut.
Und: Der Nebel ist für den Wald bei Gott nicht das Schlechteste – weniger angenehm allerdings für uns Menschen.
StR a. D. Josef Rieffer,
Landwirt i. R.

Für die Äcker war das Wetter nicht schlecht. Es hat rund einen halben Meter in die Erde hineingefroren, das lockert die Erde, vor allem die Lehmböden.
Die Schneedecke schützte das Wintergetreide, ebenfalls eine positive Sache.
StR a. D. Josef Toifl,
Landwirt i. R.

Ich habe nur einen kurzen Gehsteig, musste allerdings wesentlich öfter Salz streuen, weil er sehr oft vereist war. Negativ ist auch, dass die Sonne fehlte – die Solaranlage produzierte wochenlang kein Warmwasser, die Photovoltaikanlage kaum Strom.
GR a. D. Fritz Hirschböck, Gendarmeriebeamter i. R.

Seit Dezember nur Nebel, kaum Sonne, das wirkt sich auf das Gemüt aus.
Meine Frau und ich freuen uns schon auf das Frühjahr, damit wir endlich wieder spazieren gehen und die Gartenarbeit in Angriff nehmen können.
Franz Gruber,
Pensionist

Der Winter war nicht optimal: Ich musste jede Menge Salz streuen und den Kundenparkplatz ständig räumen.
Das Schlimmste war, wochenlang keine Sonne zu sehen.
Sabine Hengstberger,
Wirtin S-Treff
JKP
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Eine Antwort
Das Wetter – auch wenn es die Bauern anders sehen – war heuer im Winter einfach nur grauslich! Nicht nur wegen der fehlenden Photovoltaik, die das Tanken der Elektor-Autos extrem teuer machte. A