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Narzissen – viel Geschichte und Hingucker in den Frühlingsgärten

Narzissen gibt es derzeit – soweit das Auge reicht – in unseren Vorgärten zu bewundern. Aber nicht nur bei uns sind sie beliebt.
Welch hohe Wertschätzung sie auch im Vorderen Orient erfahren, drückt sich in einem Mohammed zugeschriebenen Ausspruch aus: „Wer zwei Brote hat, verkaufe eines und kaufe sich Narzissenblüten dafür; denn Brot ist nur dem Körper Nahrung, die Narzisse aber nährt die Seele.“ (zit. n. Krausch, 2003, S. 305Wikipedia)

Die Weiße Narzisse oder Dichternarzisse war schon im alten Griechenland bekannt war. (Bild: © Josef Pfleger)

Die Narzissen, von denen es mittlerweile angeblich über 20.000 Kulturformen gibt, gehören zur botanischen Ordnung der Spargelgewächse, zur Familie der Amaryllisgewächse (Zweig Narcisseae) und zur Gattung der Narzissen.
Der Name kommt aus dem Griechischen. „νάρκειν“ (= narkein) heißt so viel wie „betäuben“ (→ Narkose) und hängt mit der Weißen Narzisse zusammen, die tatsächlich einen intensiven und betäubenden Duft verströmt.
Die Weiße Narzisse ist übrigens auch die Nationalblume von Andorra.

Die knallgelbe Osterglocke fällt in den Gärten besonders auf. (Bild: © Josef Pfleger)

Die „Osterglocke“ – offiziell „Narcissus pseudonarcissus“ – wird in unseren Gärten sehr häufig angepflanzt. Sie ist mit ihrer intensiven gelben Farbe ein absoluter Hingucker.

Tazette (Strauß-Narzisse) (Bild: © Josef Pfleger)

Häufig findet man auch bei uns in den Gärten die Art „Tazette“ (Strauß-Narzisse): Der wissenschaftliche Name „tazetta“ (italienisch, „Tässchen“) bezieht sich auf die Form der Nebenkrone.
Dieser in Griechenland „Manousakia“ genannten Narzissenart kommt als Winterblüher in Gedichten und Liedtexten des Landes eine besondere Bedeutung zu. Ab Ende Dezember werden die als Frühlingsboten geltenden wildwachsenden Narzissen gesammelt und auf Märkten verkauft.

Narziss – der Jüngling der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte

Narziss verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild. Als er starb, verwandelte er sich in eine Narzisse –
hier das Bildnis von Caravaggio (Bild: Wikipedia)

Laut Sagen haben die Narzissen ihren Namen vom schönen Jüngling Narziss. Er ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Flussgottes Kephissos und der Leiriope, der die Liebe anderer – vor allem die der Quellnymphe Echo – zurückwies und sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte.

Der griechische Schriftsteller Pausanias überlieferte uns folgende Geschichte: Eines Tages setzte sich Narziss an einen See, um sich seines Spiegelbildes zu erfreuen, woraufhin durch göttliche Fügung ein Blatt ins Wasser fiel und so durch die erzeugten Wellen sein Spiegelbild trübte. Schockiert von der vermeintlichen Erkenntnis, er sei hässlich, starb er. Nach seinem Tode wurde er in eine Narzisse verwandelt.

Die bei weitem bekannteste antike Darstellung des Narziss gibt Ovid in seinen Metamorphosen. (Wikipedia → https://de.wikipedia.org/wiki/Narziss)

Narzissenfest im Ausseerland
Hier noch der Hinweis auf das große Narzissenfest mit dem Narzissenkorso im Ausseerland (bis 31. Mai 2026), bei dem die Narzissenfiguren in ihrem prächtigen weißen Blütenkleid im Mittelpunkt stehen. Mehr dazu → Narzissenfest

Der Hahn Martin erhielt von der Jury die höchste Punkteanzahl und wurde somit zum Sieger des Narzissenfestes 2024 gekürt. (Bild: Stefanie Sima/Narzissenfestverein (frei))

JKP

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