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Von Hybridmärkten bis zu MiniTalenten: So fördert LEADER Innovation im Alltag

Innovation beginnt oft dort, wo konkrete Herausforderungen des Alltags gelöst werden. Die LEADER Region Waldviertler Wohlviertel setzt genau hier an und präsentierte unter der Moderation vonVerena Manhart im Rahmen der #LEADERwirkt-Veranstaltung am 15. April 2026 in Irnfritz zahlreiche Projekte, die den ländlichen Raum nachhaltig stärken.

#LEADERwirkt-Veranstaltung am 15. April 2026 in Irnfritz (Bilder: zVg/Manuela Kopper)

Dass LEADER wirkt, zeigte ein Blick auf die Region: Seit 2014 wurden im Waldviertler Wohlviertel bereits 87 Projekte in 18 Gemeinden gefördert. Ein Thema ist die Nahversorgung. Wirtschaftlicher Druck, Personalmangel und eingeschränkte Öffnungszeiten machen es vielen Nahversorgern schwer. Mit Unterstützung von LEADER wurden in mehreren Gemeinden innovative Hybridmärkte umgesetzt. Diese kombinieren klassische Öffnungszeiten mit personallosem Selbstbedienungsbetrieb und ermöglichen so eine wohnortnahe Versorgung für die Bevölkerung – flexibel und zeitgemäß.

Auch im Bereich Familie und Kinderbetreuung setzt die Region frühzeitig Akzente. Bereits vor der Kinderbetreuungsoffensive des Landes Niederösterreich entstanden mithilfe von LEADER-Förderungen Kleinstkinderbetreuungsstätten. Ergänzt wurde dies durch das Projekt „MiniTalente“, das darauf abzielt, Stärken von Kindern früh zu erkennen und gezielt zu fördern.

Zukunftsperspektiven für den ländlichen Raum

Fünf engagierte Persönlichkeiten aus der Region erörterten gemeinsam mit Univ.-Prof. Markus Hengstschläger Themen rund um Innovation, den konstruktiven Umgang mit Fehlern und Zukunftsperspektiven für den ländlichen Raum. Nikolaus Reisel, Bürgermeister von Meiseldorf, gab Einblicke in die Entstehung hybrider Nahversorgungsmodelle und schilderte die Herausforderungen von der Idee bis zur Umsetzung. Birgit Schöls, Miteigentümerin des Unternehmens APV, sprach offen über gelebte Fehlerkultur und unterstrich, dass echte Weiterentwicklung nur dort möglich ist, wo Fehler erlaubt sind. Die Bedeutung, Erfolge sichtbar zu machen, betonte Birgit Gruber vom Nationalpark Thayatal.

Auch wirtschaftliche Sichtweisen fanden Platz in der Diskussion. Stefan Graf, CEO von Leyrer+Graf, hob hervor, dass Innovation nur im Zusammenspiel eines funktionierenden Ökosystems entstehen könne. LEADER-Obmann Franz Linsbauer stellte wiederum den hohen Stellenwert ehrenamtlichen Engagements heraus und präsentierte ein geplantes Projekt zur Tagesbetreuung älterer Menschen.

Gesprächsrunde – am Bild von links: Verena Manhart (LEADER Management Waldviertler Wohlviertel), Nikolaus Reisel (Gemeinde Meiseldorf), Birgit Schöls (APV), Markus Hengstschläger (Gastvortragender),  Stefan Graf (Leyrer+Graf), Birgit Gruber (Nationalpark Thayatal), Franz Linsbauer (Obmann LEADER Region Waldviertler Wohlviertel)

In einer zweiten Gesprächsrunde wurde der Frage nachgegangen, ob in Zeiten globaler Krisen Stabilität oder Innovationskraft wichtiger sei. „Mit LEADER können wir dem Mut auf die Sprünge helfen, wir können eine Sicherheit geben und Geburtshelfer sein“, erklärte Linsbauer. Themen wie Energiewende und Digitalisierung zeigten dabei konkrete Wege auf, wie regionale Selbstständigkeit gestärkt werden kann.

Abschließend betonte Markus Hengstschläger den gesellschaftlichen Mehrwert von Innovation: „Das Ganze muss einen Sinn machen, der Sinn muss transparent sein, es muss bekannt sein, wofür man sich gemeinsam stark macht“. Mit seinem 3/24-Ansatz, bei dem innerhalb von 24 Stunden drei Lösungsvorschläge erarbeitet werden, gab er dem Publikum zudem ein praxisnahes Instrument an die Hand.

„Wenn eine Region innovativ ist, ist sie auch gut vorbereitet auf das, was kommt, und zwar auch auf das, was nicht vorhersehbar ist“, erklärte Hengstschläger.
Diese Worte nahm sich Verena Manhart vom LEADER Management zu Herzen und sieht sie als Auftrag für die Erstellung der neuen Entwicklungsstrategie.

VM

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