Mit der Johannisnacht (24. Juni) steht im wahrsten Sinne des Wortes eine der „zauberhaftesten“ Nächte des Jahres bevor. Wenn Sie nämlich in dieser durch die Wälder huschen und eine Farnblüte finden, haben Sie ausgesorgt: Im Besitz einer solchen können Sie sich nicht nur unsichtbar machen, sondern sie schützt Sie auch vor Stich- und Schusswunden und führt Sie zu den Goldschätzen der Waldfeen.
Außerdem macht sie allwissend, ermöglicht dem Finder, die Gedanken anderer Menschen zu lesen und die Sprache der Tiere zu verstehen.
Das glaubt(e) man vor allem im Baltikum – aber auch bei uns.
Die Blüte, die so viel Zauberhaftes bewirkt, gehört (leider) in das Reich des Aberglaubens, sonst wären unsere Wälder in der Johannisnacht wohl überrannt.

Dank Farnen: Klimawandel auf der Erde
Farne gehören zu den ältesten Gefäßpflanzen auf unserer Erde, es gibt sie seit etwa 400 Millionen Jahren. Im Karbon, also vor 360 bis 300 Millionen Jahren, bildeten sie zusammen mit Schachtelhalmen und Bärlapp-Gewächsen riesige Urwälder, die die Grundlage für die heutigen Steinkohlevorkommen sind.
Sie wurden damals über 30 Meter hoch und entzogen mit ihrer Blattmasse durch die Photosynthese der Atmosphäre gewaltige Mengen Kohlendioxid und reicherten die Luft mit Sauerstoff an.
Das trug zu einem der ersten (positiven) Klimawandel auf der Erde bei.

Weltweit gibt es heute rund 10.000 Farnarten, wobei der Wurmfarn bei uns ziemlich häufig vorkommt – ganz ohne Blüten.

Zwei Arten der Vermehrung
Farne vermehren sich seit Millionen von Jahren mittels Sporen, die sie auf der Unterseite der Blätter ausbilden. Und jetzt wird die (generative) Fortpflanzung ein wenig kompliziert: Aus den Sporen wachsen in feuchter Erde Vorkeime, die sich finden und befruchten müssen. Erst dann kann daraus der eigentliche Farn wachsen.
Es ist aber auch eine vegetative Vermehrung möglich, bei der sich das Rhizom (der „Wurzelstock“) verzweigt. Eine Teilung des Rhizoms ist auch bei Gartenfarnen (optimal im Frühjahr) problemlos möglich.
Tipps dazu gibt es sicher beim Gärtner …
Josef Pfleger