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Frühschoppen-Expertise: Getreide-, Obst- und Aktienerträge

Die Presseaussendungen bezüglich der zu erwartenden geringen Erntemengen beim Getreide veranlassten den Autor dieser Zeilen, beim Sonntags-Frühschoppen im Horner S-Treff bei den beiden früheren Landwirtschafts-Stadträten und Landwirten Josef Toifl und Josef Rieffer nachzufragen, wie es damit im Raum Horn ausschaut.

Das Ergebnis: Nicht nur die Prognosen für das Getreide, sondern auch die für Mais und Raps waren echt negativ. Die anderen Frühschoppen-Gäste berichteten über Ernteausfälle bei Kirschen, Äpfeln, Himbeeren und Ribiseln. Einzige Ausnahme: Friedrich Hirschböck dürfte bei den Ribiseln einen grünen Daumen haben. Seine Ernte war „Sehr zufriedenstellend“.

Die Frühschoppenrunde: Landwirtschafts-Stadtrat a. D. Josef Rieffer, Vizebürgermeister. a. D. Karl Amon, S-Treff-Wirtin Sabine Hengstberger, Franz Gruber, GR a. D. Friedrich Hirschböck und Landwirtschafts-Stadtrat a. D. Josef Toifl (v. li.) (Alle Bilder: Josef Pfleger)

„Bei der Wintergerste haben wir maximal die Hälfte der üblichen Menge erreicht. Heuer liegen wir bei 2.500 bis 3.000 kg pro Hektar. Dieser Ertrag gehört sicher zu den schlechtesten in den letzten 30 Jahren“, so Josef Toifl. Josef Rieffer pflichtet ihm bei: „Auch wir haben bei der Wintergerste nur 50 Prozent des üblichen Ertrages erzielt.“

Die Weizenernte dürfte laut Toifl um keinen Deut besser werden. Grund dafür könnten der Regen zur falschen Zeit und die Hitze gewesen sein. Der Schnitt bei der Wintergerste war heuer bereits Ende Juni, normalerweise beginnt er so um den 10. Juli.

Beim Mais werden ebenfalls massive Einbußen erwartet. Das Bild oben wurde im Jahr 2021 geschossen, da war der Mais wesentlich höher als der nicht unbedingt kleine StR a. D. Josef Toifl groß ist.

Heuer erreichte der Mais bisher nicht einmal Brusthöhe. (Ein herzliches Danke an Christian Kraus, der für das perfekte Bild als „Model“ fungierte.)

Ganz „grauslich“ schaut es laut Josef Rieffer heuer beim Raps aus: „Dreschen zahlt sich wahrscheinlich gar nicht aus. Möglicherweise hat hier der Frost während der Blütezeit alles vernichtet.“

Aber nicht nur die Feldfrüchte waren ein Thema: Bezüglich der Himbeeren meinte Franz Gruber: „Nach der Blüte bildeten sich die ersten Früchte, die sind aber immer kleiner statt größer geworden – ein Phänomen.“ Stimmt – wie das Bild aus dem Garten des Autors beweist. Auch Friedrich Hirschböck bestätigte das.

Im Vorjahr hat das ganz anders ausgeschaut.

Bei den Ribiseln dürfte Friedrich Hirschböck eine grünen Daumen haben: Er hat von seinen vier Stauden 6 Kilogramm geerntet. In dieser Runde ein absoluter Rekord.

Den trockenen Abschluss der Erörterungen trug dann der ehemalige Banker und Vizebürgermeister a. D. Karl Amon bei: „Ich kann euch nur sagen, dass meine fünf Erdbeerpflanzen verdurstet sind, aber die Aktienkurse der letzten Woche waren absolut in Ordnung!“

Jeder hat so seine Prioritäten …

Josef Pfleger

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