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Der „Florentiner“-Diamant: Replik nun im Museum Horn zu sehen

Ab sofort ist eine originalgetreue Replik des „Florentiners“ im Museum Horn zu bewundern. Der originale Diamant aus dem Familienschatz der Habsburger hat 137,27 Karat. Christian Riedel, Edelsteinschleifer und Gemmologe aus Messern, hat diesen aus einem Citrin originalgetreu nachgeschliffen.

(Alle Bilder:© Josef Pfleger)

Anfang November 2025 tauchten der „Florentiner“ sowie weitere 13 Juwelen der Habsburger wieder auf. Sie waren in einem Schließfach in einer kanadischen Bank deponiert und wurden über 100 Jahren nach dem „Verschwinden“ von Kaiserenkel Karl Habsburg der Öffentlichkeit präsentiert. Hier im Bild präsentieren Christian Riedel und Museumsdirektor Anton Mück die Replik.

Vor dem Vortag stellte Museumsdirektor Anton Mück Christian Riedel, Edelsteinschleifer und Gemmologe aus Messern, vor.

Und dann wurde es richtig spannend: Mit ganz viel Hintergrundwissen erklärte Riedel die wichtigsten Juwelen der Habsburger, wobei man bei diesem Vortrag seine Leidenschaft für Hochkarätiges so richtig spürte.

Eines der Power-Point-Bilder zeigte die Habsburger-Juwelen, die von Kaiserin Zita aus Angst vor den Nazis nach Kanada gebracht worden waren. Zita war es auch, die familienintern verfügte, dass der Verbleib der Juwelen bis zum 100. Todestag von Kaiser Karl I. (1. April 1922) geheim gehalten werden muss.

Dann folgte die Geschichte des „Florentiners“ (am Bild die Replik): Der Rohdiamant gehörte vor dem Jahr 1600 einem indischen Fürsten. Nach dem Sieg der Portugiesen gelangte er in den Besitz des Grafen di Castro. Großherzog Ferdinado I. di Medici erwirbt den Diamanten um 34.000 Scudi (grob geschätzt etwa 1 Million Euro). Nach dem Aussterben der Medici wird Franz Stefan von Lothringen (Gemahl von Kaiserin Maria Theresia) zum neuen Herrscher in der Toskana und damit zum Besitzer des Steines. Er lässt diesen in seine Krone, die er bei der Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches am 4. Oktober 1745 in Frankfurt trägt, einbauen. Später zierte der Stein dann eine Hutnadel, die bei den Juwelen, die in Kanada deponiert waren, dabei war.

Die Besucher folgten gespannt – besser gesagt gebannt – den Ausführungen Riedels, der schließlich noch auf die Herstellung einer solchen Replik einging.

Ein weiteres Highlight des Abends war dann noch der Kurzvortag des Juweliers und Uhrmachermeisters Bernhard Wagner aus Gmünd, der über den Einbau einer Schweizer Uhr in eine weitere Riedel-Replik des „Florentiners“ berichtete.

Nach rund 1.000 Arbeitsstunden war dieses Meisterwerk im barocken Stil fertig gestellt. Dementsprechend ist auch der Preis: Wenn Sie gewillt sind, 80.000 Euro auszugeben, könnte die Uhr Ihnen gehören …

JKP

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