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Legionellen: ÖGK informiert über Gesundheitsrisiken

Aktuelle Erkrankungsfälle rücken das Thema Legionellen in Österreich wieder in den Fokus: „Legionellen sind kein Grund zur Panik, sollten als Gesundheitsrisiko aber ernst genommen werden“, sagt Andreas Krauter, Chefarzt der Österreichischen Gesundheitskasse. Wer Übertragungswege und Warnzeichen kennt, kann das eigene Risiko reduzieren und bei einer Erkrankung rechtzeitig reagieren.
„Eine Infektion mit Legionellen kann die sogenannte Legionärskrankheit auslösen – eine bakterielle Lungenentzündung, die mit hohem Fieber, Husten und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl einhergehen kann. Vor allem bei älteren Menschen, Rauchern sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sind auch schwere Verläufe möglich. Bei entsprechenden Beschwerden sollte daher frühzeitig ärztlicher Rat eingeholt werden“, erklärt Krauter.

So werden Legionellen übertragen
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise im Wasser vorkommen. Besonders gut vermehren sie sich in warmem, stehendem Wasser bei Temperaturen zwischen etwa 25 und 45 Grad Celsius. Gefährlich werden sie, wenn belastetes Wasser als feiner Sprühnebel – sogenanntes Aerosol – eingeatmet wird und die Bakterien dadurch in die Lunge gelangen. Das kann beispielsweise beim Duschen, in Whirlpools oder durch technische Anlagen wie Kühltürme geschehen. „Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser stellt in der Regel kein Gesundheitsrisiko dar: Die Bakterien werden durch die Magensäure abgetötet. Auch von Mensch zu Mensch werden Legionellen nicht übertragen“, erklärt Dr. Krauter.

Diese Warnzeichen sollte man kennen
Eine Legionellen-Infektion kann die Legionärskrankheit auslösen, eine schwere Form der Lungenentzündung. Typische Beschwerden sind hohes Fieber, Husten, Kopf- und Muskelschmerzen sowie ein starkes Krankheitsgefühl. Bei schweren Verläufen kann Atemnot auftreten. Daneben können Legionellen auch das sogenannte Pontiac-Fieber verursachen, eine meist mildere, grippeähnliche Erkrankung ohne Lungenentzündung.
„Bei starken Beschwerden oder Atemnot sollte jedenfalls rasch medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden“, so Krauter. Dabei sind Hausärzte eine wichtige erste Anlaufstelle. Die Gesundheitsberatung 1450 steht rund um die Uhr für eine telefonische Einschätzung zur Verfügung.

Wie wird eine Legionellen-Infektion festgestellt?
Ob tatsächlich Legionellen hinter den Beschwerden stecken, lässt sich durch Laboruntersuchungen feststellen. Häufig kommt dabei ein Harn-Schnelltest zum Einsatz, der Bestandteile der Bakterien nachweist. Zusätzlich können Legionellen mittels PCR oder durch eine Bakterienkultur aus Proben der Atemwege nachgewiesen werden.
Bei mehreren Erkrankungsfällen beginnt außerdem die Suche nach einer möglichen gemeinsamen Infektionsquelle. Dafür können etwa Wasserproben aus verdächtigen Anlagen untersucht werden. Werden Legionellen sowohl bei Erkrankten als auch in einer möglichen Quelle nachgewiesen, können die Bakterienstämme genetisch miteinander verglichen werden. So lässt sich ein Zusammenhang mit einer bestimmten Infektionsquelle überprüfen.

Nach dem Urlaub: Wasserleitungen heiß durchspülen
Besonders nach längerer Abwesenheit lohnt es sich, auf die Wasserhygiene zu achten. Werden Leitungen über längere Zeit nicht benutzt, kann stehendes und warmes Wasser die Vermehrung von Legionellen begünstigen.
„Nach einem Urlaub sollten ungenutzte Leitungen vor dem ersten Duschen drei bis fünf Minuten mit heißem Wasser durchgespült und der Raum anschließend gut gelüftet werden. Wichtig ist außerdem eine ausreichend hohe Warmwassertemperatur“, erklärt Krauter. Als Richtwert sollte der Boiler auf mindestens 60 Grad Celsius eingestellt sein.

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