Eigentlich sollten sie jetzt wachsen – die „Schwammerl“ oder besser gesagt die Pilze. Ihren Geschmack kennen die meisten Menschen, ihren Kreislauf bezüglich Vermehrung (Sporen – Hyphen – Myzel – Fruchtkörper – Sporen) einige. Dass sie aber wahrscheinlich die größten (unsterblichen?) Lebewesen auf der Erde sind, wissen die wenigsten.
Der wahrscheinlich größte Pilz der Welt, ein Hallimasch, wurde in Amerika (Malheur National Forest im US-Bundesstaat Oregon) entdeckt. Nicht ein einzelner Fruchtkörper, landläufig Pilz oder Schwammerl genannt, hat diese Größe, sondern der eigentliche Pilz, der in Form eines Myzels im Boden lebt. Das Myzel besteht aus einem Geflecht von Millionen Hyphen (= ein weitverzweigtes Netzwerk fadenförmiger Stränge).

Das Myzel des Hallimaschs erstreckt sich über 9,6 Quadratkilometer (entspricht etwa 1.600 Fußballfeldern), sein Gewicht lässt sich nur schwer schätzen. In der einschlägigen Literatur geht man oft von über 6.000 Tonnen (auch 35.000 Tonnen als Schätzwert sind zu finden) aus, das entspricht dem Gewicht von mindestens 40 Blauwalen.

Das größte europäische Pendant ist in einem Schweizer Nationalpark zu finden: Dieser Hallimasch ist 35 Hektar groß.
Mit dem Alter ist es bei Pilzen auch so eine Sache: Den amerikanischen Hallimasch schätzt man mittlerweile auf 1.900 bis 8.650 Jahre. Auf die Frage, ob Pilze – weil sie sich klonen können – sogar unsterblich sind, gibt es noch keine konkrete Antwort.
Man forscht intensiv daran.

Wie auch immer: Unsere Waldviertler Schwammerlsucher hoffen inständig auf Regen – weil eines ist auch ohne Forschung ganz sicher: Ohne Feuchtigkeit gibt es keine Fruchtkörper, also keine Steinpilze und keine Eierschwammerl …
JKP