Das Landesklinikum Horn bietet seit Kurzem die Myomembolisation zur Behandlung von Gebärmuttermyomen an. Das minimalinvasive Verfahren wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie durchgeführt.
Myome sind gutartige Knoten der Gebärmuttermuskulatur. Viele Frauen bemerken sie nicht und benötigen keine Behandlung. Je nach Größe und Lage können Myome jedoch starke oder langanhaltende Regelblutungen, Blutarmut, Schmerzen oder ein ausgeprägtes Druckgefühl im Unterbauch verursachen. Auch häufiger Harndrang oder eine Beeinträchtigung benachbarter Organe sind möglich.
„Nicht jedes Myom muss behandelt werden. Entscheidend ist, ob Beschwerden bestehen und wie stark die Patientin dadurch in ihrem Alltag beeinträchtigt wird“, erklärt Prim. Catalin Esanu, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Landesklinikum Horn. „Welche Behandlung im Einzelfall am besten geeignet ist, wird nach einer sorgfältigen gynäkologischen Abklärung gemeinsam mit der Patientin entschieden.“
Neben medikamentösen und operativen Behandlungsmöglichkeiten steht am Landesklinikum Horn nun auch die Myomembolisation als weitere Behandlungsoption zur Verfügung, sofern diese aufgrund der individuellen medizinischen Situation infrage kommt. Dabei werden die Myome nicht operativ entfernt. Stattdessen wird ihre Blutversorgung gezielt reduziert.
Über einen kleinen Zugang zu einer Arterie führt der interventionelle Radiologe unter Röntgenkontrolle einen dünnen Katheter bis zu den Gebärmutterarterien. Dort werden sehr kleine Partikel in die Gefäße eingebracht, welche die Myome mit Blut versorgen. In der Folge können sich die Myome verkleinern und die dadurch verursachten Beschwerden zurückgehen. Die Gebärmutter bleibt bei diesem Verfahren erhalten.
„Die Myomembolisation ist eine zusätzliche, minimalinvasive Behandlungsmöglichkeit, die je nach individueller medizinischer Situation der Patientin infrage kommen kann“, erläutert Prim. Dietmar Garnhaft, Leiter des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie. „Sie ersetzt nicht grundsätzlich andere Therapieverfahren. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Gynäkologie jene Behandlung zu finden, die zur jeweiligen medizinischen und persönlichen Situation der Patientin passt.“

Die Abklärung, ob eine Myomembolisation im jeweiligen Fall infrage kommt, sowie die Planung der Behandlung erfolgen interdisziplinär. Dafür werden die gynäkologischen Vorbefunde und vorhandenen Bildaufnahmen gemeinsam beurteilt. Je nach Ausgangssituation können ergänzende Untersuchungen wie ein Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie des Beckens notwendig sein. Ein bestehender Kinderwunsch muss bei der Wahl des Behandlungsverfahrens besonders berücksichtigt werden.
Das neue Behandlungsangebot ist am Landesklinikum Horn planmäßig angelaufen. Auch die Rückmeldung zu Ablauf und Betreuung fiel sehr positiv aus. Für das interdisziplinäre Team um Prim. Catalin Esanu, OA Ionut-Stefan Ciobanelu, Prim. Dietmar Garnhaft und 1. OA Georg Nagl ist dies eine erfreuliche Bestätigung des gemeinsam entwickelten Versorgungskonzeptes.
„Eine ausführliche Beratung ist besonders wichtig“, betont 1. OA Nagl. „Die Patientinnen sollen die verschiedenen Möglichkeiten sowie die jeweiligen Vorteile und Risiken kennen, bevor sie gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine Entscheidung treffen.“
Information und Kontakt
Frauen mit Beschwerden durch Gebärmuttermyome können sich zunächst an ihre behandelnde Frauenärztin beziehungsweise ihren behandelnden Frauenarzt wenden. Für Informationen zur Myomembolisation stehen auch die Radiologie und die gynäkologische Ambulanz des Landesklinikums Horn zur Verfügung.
Nähre Informationen siehe Homepage des Landesklinikums www.horn.lknoe.at