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Mittermaier-Straße: Anwohner wollen keine Durchzugsstraße und kämpfen mit allen Mitteln dagegen

„Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen“, lautet ein alter Kinderspruch, den man dem folgenden Sachverhalt durchaus voranstellen kann: Die Juliane-Mittermaier-Straße trennte seit ihrer Erschließung als Wohngebiet ein schmaler Rad- und Fußweg vom Gewerbegebiet. Der Durchzugsverkehr in das Gewerbegebiet (über die Gewerbestraße) war zusätzlich mittels einer Barriere versperrt, das sollte laut den Anwohnern auch für „ewige“ Zeiten gelten. Man beruft sich hier auf eine Zusage des damaligen Bürgermeisters. Die Mittermaier-Straße war bisher also eine „Insel der Seligen“, was das Verkehrsaufkommen betraf, weil nur die in der Gegend Wohnenden die Straße nutzten.

Nun wurde im Zuge von Bauarbeiten die Straße geöffnet – und – nicht mehr geschlossen. Damit wurde die Straße zu einer Durchzugsstraße von der Frauenhofner-Straße Richtung EKZ und Gewerbegebiet und umgekehrt, die viele als Abkürzer nutzen, um sich die Ampel am Schützenplatz zu ersparen. Außerdem sind laut den Bewohnern der Mittermaier-Straße die Autos trotz der 30-er Beschränkung viel zu schnell unterwegs. „Da sind echte Raser dabei“, so der Tenor.

Die Anwohner wollen ihre „Insel der Seligen“ bezüglich des Verkehrsaufkommens zurück. Ihre Unterschriftenlisten sprechen eine andere Sprache als die Umfrage der Gemeinde. (Bild: Dieter Schewig)

Deswegen liegen nun die Anwohner mit Bürgermeister Gerhard Lentschig, der sich der Sache selbst angenommen hat, schwer im Clinch. Die Liste der Vorwürfe (fehlende Sicherheit, Lärmbelastung, Emission, Wertminderung der Grundstücke, Sinnlosigkeit des Unterfangens, Öffnungs-Beschluss entgegen der Empfehlung des Verkehrsausschusses der Stadt) ist lang und wurde dem Land Niederösterreich (Abteilung Bau- und Raumordnungsrecht) übermittelt.

Am 15. Juni 2026 wurde nun auch eine ellenlange Unterschriftenliste von Betroffenen mit dem Ersuchen um Rückwidmung an Bürgermeister Gerhard Lentschig übergeben, der davon allerdings nichts wissen will. Seine Begründung im Wortlaut:

Die Widmung ,VÖ- Fuß- und Radweg‘ auf einem kleinen Teilbereich der Juliane-Mittermaier-Straße wurde bereits im Jahr 2006 verfügt. Damals lagen aufgrund der noch nicht ausgebauten Straße und der nicht absehbaren Siedlungsentwicklung andere Überlegungen zugrunde. Die Widmung wurde in der Folge nie verkehrsrechtlich umgesetzt, das heißt, es gab keine Verordnung zu einem Fuß- und Radweg in diesem Bereich. Es ist dies auch zukünftig nicht angedacht. Mit dem vollständigen Ausbau der Juliane-Mittermaier-Straße als Verlängerung der Gewerbestraße hätte schon eine Interessensabwägung aufgrund der getätigten hohen Investitionen in den Straßenbau erfolgen müssen. Diese Interessensabwägung ist nun geschehen und zusammen mit verkehrsrechtlichen Maßnahmen und einer stattgefundenen Anrainerbefragung zugunsten der dauerhaften Öffnung der Juliane-Mittermaier-Straße entschieden worden.“

Jan und Bianca Populorum übergaben zusammen mit Evelyn Erlinger (v. li.) die Unterschriftenlisten an Bgm. Gerhard Lentschig.

Die Anwohner wünschen sich trotzdem nichts mehr als ein Gespräch mit dem Bürgermeister vor Ort, die Wieder-Aufstellung der Barrieren und die Rückwidmung des Streifens als Rad- und Fußweg. Sie kämpfen dafür mit allen Mitteln.

Man darf auf die Reaktion des Landes und den Gesprächswillen des Bürgermeisters gespannt sein.

Josef Pfleger

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2 Kommentare

  1. Die Kosten der Straße der Stadtgemeinde retournieren. Danach Umwiedmung in Privatstrasse, Schrankensystem installieren, Funkbedienung nur
    für die Anwohner ( Kosten natürlich für die Anwohner ) um eventuelle Schneeräumung, Straßenbeleuchtung etc. selbst kümmern. Wenn ich mir
    die Häuser der Juliane M. Straße so ansehe ist das Ganze sicher eine finanzielle Kleinigkeit. Weiters würde ich beim Buch der Rekorde ansuchen,
    Ist sicher einer der breitesten Radwege weltweit den sowenige Personen nützen.

  2. Straße soll offen bleiben die stadteinwärts liegenden Straßen sind sowieso Nadelöhre.
    Dann verteilt sich der Verkehr besser.
    Die Wartezeiten werden dadurch bei allen Kreuzungen verkürzt.

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